Batteriebasierte Energiespeicherung – von der Batterie bis zum Energiemanagement

News
2026. September 28.
Wie funktioniert ein batteriebasiertes Energiemanagementsystem? Wir stellen die Funktionen von Batterie, BMS, Wechselrichter, Smart Meter und EMS vor.

Wenn Sie einen Energiespeicher planen, sollten Sie die gesamte Kette verstehen, nicht nur die Kapazität. Die Energiespeicherung mit Akkus ist ein abgestimmtes System, in dem der Akku nur eine der Komponenten ist. Zunächst schauen wir uns an, wie der Prozess funktioniert und warum ein Akku allein nicht ausreicht. Anschließend geht es um die Grundlagen der Energiespeicherung mit Solarmodulen, den Akku und die ihn schützende Überwachungselektronik.

Wir gehen darauf ein, wie der Wechselrichter oder das PCS Gleichstrom in Wechselstrom und umgekehrt umwandelt. Wir zeigen, was der Smart Meter am Netzanschlusspunkt misst. Das EMS ist die Steuerung, die entscheidet, wann und in welchem Umfang das System laden oder entladen soll. Wir werden auch untersuchen, über welche Kanäle (RS485, Modbus, CAN, Ethernet) die Geräte miteinander kommunizieren.

Anschließend geht es um das Zusammenspiel von Solarmodul und Speicher, die typischen Betriebsmodi und die Funktionsweise des EMS in der Praxis. Wir zeigen dir, wann die Steuerung über die Steigerung des Eigenverbrauchs hinausgeht und worin sich ein Privathaushalts- und ein Industriesystem unterscheiden. Abschließend findest du Auswahlkriterien und die fachliche Einschätzung von SOLARKIT.

Wie funktioniert die Energiespeicherung mit Akkus?

Wenn du wissen möchtest, wie die Energiespeicherung mit Akkus funktioniert, ist es am einfachsten, den Weg der Energie vom Dach bis zur Steckdose zu verfolgen. Die Solarmodule erzeugen Gleichstrom (DC), der vom Wechselrichter in für den Haushalt nutzbaren Wechselstrom (AC) umgewandelt wird. Die erzeugte Energie wird zunächst von den eigenen Verbrauchern im Haus genutzt. Übersteigt die Erzeugung den momentanen Verbrauch, wird der Überschuss nicht ins Netz eingespeist, sondern lädt die Batterie auf. Ist die Batterie voll, speist das System den weiteren Überschuss ins Netz ein, sofern dies zulässig ist.

Abends, bei bewölktem Wetter oder bei einem Stromausfall (sofern die Anlage auch für den Inselbetrieb ausgelegt ist) kehrt sich der Vorgang um. Die Batterie entlädt sich, und der Wechselrichter wandelt den gespeicherten Gleichstrom wieder in Wechselstrom um. Diese Umschaltung erfolgt automatisch durch die Anlage, ohne dass ein menschliches Eingreifen erforderlich ist. Wenn die gespeicherte Energie aufgebraucht ist und die Solarmodule ebenfalls keinen Strom erzeugen, übernimmt das Stromnetz die Versorgung.

Das Wesentliche an der Speicherung von Solarstrom in einer Batterie ist also die zeitliche Verschiebung: Den tagsüber erzeugten Überschuss nutzt man dann, wenn die Solarmodule keinen Strom mehr erzeugen. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil viele Haushalte morgens und am frühen Abend am meisten Strom verbrauchen, wenn die Solarmodule kaum noch Strom liefern. Es ist wichtig zu klären: Die Batterie selbst erzeugt keine Energie, sondern speichert und gibt sie nur ab.

Warum reicht eine Batterie allein nicht aus?

Ein Energiespeicher-Akku speichert Energie allein in chemischer Form. Er kann nicht entscheiden, wann er sich aufladen oder entladen soll und wie viel Strom er abgeben soll, und er wandelt den Gleichstrom auch nicht in eine für den Haushalt nutzbare Form um – dafür ist ein Wechselrichter oder PCS erforderlich.

Zudem sind Lithium-Ionen-Zellen empfindlich. Überladung, Tiefentladung, zu hoher Strom oder der Betrieb außerhalb des zulässigen Temperaturbereichs können zu thermischem Durchgehen führen, was sogar einen Brand auslösen kann. Um dies zu verhindern, dient das BMS-System, das den Ladezustand und den Gesundheitszustand ständig überwacht und im Gefahrenfall die Batterie abschaltet oder den Lade- und Entladestrom reduziert. Spannungsunterschiede zwischen den Zellen gleicht es aus, da andernfalls die schwächste Zelle die Kapazität des gesamten Akkupakets begrenzen würde. Diese Risiken sind zum Teil auch Fragen der Zellchemie. Die von uns vertriebenen Energiespeicher werden daher mit Lithium-Eisen-Phosphat-Zellen (LFP, LiFePO₄) hergestellt, deren thermische Stabilität besser ist als die der NMC-Zellen mit höherer Energiedichte. Darauf wird im nächsten Kapitel noch ausführlich eingegangen. 

Doch selbst wenn die Zelle noch so sicher ist: Das System muss auch wissen, was im Haus und am Netzanschlusspunkt geschieht. Dazu sind Messungen erforderlich, und für die Entscheidungsfindung ist eine übergeordnete Steuerung, ein BMS, notwendig. Mehr dazu erfährst du in den folgenden Kapiteln.

Die Grundlage eines Solarstromspeichersystems: die Batterie

Das Herzstück jedes Solarstromspeichers ist die Batterie, daher hängt die Leistungsfähigkeit des Systems weitgehend davon ab, auf welcher Zellchemie es basiert. Bei Speichersystemen für Privathaushalte ist Lithium-Eisen-Phosphat (LFP, LiFePO₄) heute eine der gängigsten Optionen. Im Vergleich zu NMC-Zellen (Nickel-Mangan-Kobalt) weist sie eine stabilere Kristallstruktur auf, neigt bei hohen Temperaturen weniger dazu, Sauerstoff freizusetzen, und verfügt somit über eine größere thermische Stabilitätsreserve. Der Vorteil von NMC liegt in der höheren Energiedichte, was dort von Bedeutung ist, wo Platz oder Gewicht den Engpass darstellen.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Zyklenlebensdauer: Sie gibt an, nach wie vielen vollständigen Lade- und Entladezyklen die Kapazität auf 70 Prozent des ursprünglichen Wertes abfällt. Nach Angaben der Hersteller und der Branche ist eine LFP-Zelle in der Regel für 6.000 bis 8.000, im Extremfall sogar für 10.000 Zyklen ausgelegt, während der Wert bei NMC-Zellen in der Regel darunter liegt. Bei einem Zyklus pro Tag kann dies eine Betriebsdauer von mehr als einem Jahrzehnt bedeuten, doch die tatsächliche Lebensdauer wird auch von der Entladetiefe (DoD) und der Temperatur beeinflusst. Im Datenblatt sollte man die Nutzkapazität beachten, da diese geringer sein kann als die Nennkapazität: Die Hersteller lassen typischerweise eine Entladetiefe von 80–95 Prozent zu.

Auch die Spannung des Energiespeicherakkus spielt eine entscheidende Rolle. Auf dem Privatkundenmarkt gibt es zwei Hauptkategorien: Niederspannungssysteme mit einer Nennspannung von typischerweise 51,2 V sowie Hochspannungsspeicher mit bis zu 800 V. Die Niederspannungsvarianten lassen sich durch Parallelschaltung erweitern und bieten eine hohe Kapazität zu einem günstigen Preis, während die Hochspannungsvarianten eher für Systeme mit hohem Energiebedarf und hoher Leistung geeignet sind. Der Spannungsbereich der Batterie und des Wechselrichters muss übereinstimmen; dies sollte vor dem Kauf immer überprüft werden.

Kommunikation zwischen Akku und Wechselrichter – wie wird die Energie umgewandelt?

Die Batterie speichert Gleichstrom, während der Haushalt und das Stromnetz mit Wechselstrom betrieben werden; daher ist zwischen beiden immer ein Umrichter erforderlich. Das ist der Weg der Energie. Genauso wichtig ist jedoch auch der Weg der Informationen: Ohne die Kommunikation zwischen Batterie und Wechselrichter wüsste der Wechselrichter nicht, wie viel Strom er von der Batterie aufnehmen oder an diese abgeben kann. Bei Lithium-Systemen verbinden daher Kommunikationskabel die beiden Geräte miteinander, über die das BMS den Ladezustand sowie die zulässigen Lade- und Entladegrenzen übermittelt. Ist diese Verbindung fehlerfrei, arbeiten die beiden Geräte als eine einzige, aufeinander abgestimmte Einheit.

Funktionsweise eines Batteriesystems und kontinuierliche Überwachung

Die Funktionsweise des Batteriesystems basiert auf einer Closed-Loop-Kommunikation. Dabei stehen das BMS und der Wechselrichter in einer bidirektionalen Verbindung, und das BMS übermittelt dem Wechselrichter kontinuierlich den Ladezustand (SOC), die Spannung, die Temperatur sowie die zulässigen Lade- und Entladeströme. Wenn sich die Batterie der vollen Ladung nähert, kann das BMS den Ladestrom reduzieren, um eine Überladung zu vermeiden und den Zellen Raum für den Ausgleich zu geben. Wenn die Temperatur den sicheren Bereich verlässt, wird der Lade- oder Entladevorgang verlangsamt oder bei Bedarf sogar gestoppt.

Im Gegensatz dazu arbeitet das Open-Loop-System (offenes Regelkreis-System) auf der Grundlage voreingestellter Parameter und passt sich nicht in Echtzeit an den Zustand der Batterie an. Dies kann zu einer weniger effizienten Ladung, zu Überladung oder Tiefentladung und letztendlich zu einer kürzeren Lebensdauer führen. Nach den Erfahrungen der Hersteller kann die Regelung im geschlossenen Regelkreis neben der Verlängerung der Lebensdauer auch die Ladezeit verkürzen.

Die Batterieüberwachung ist der sichtbare Aspekt dieses Zusammenhangs. In einem System mit geschlossenem Regelkreis wird der Ladezustand anhand der vom BMS gemessenen Werte ermittelt und nicht anhand eines aus der Spannung geschätzten Wertes. Die vom BMS gelieferten Daten werden auf dem Display des Wechselrichters oder auf der Cloud-Plattform des Herstellers angezeigt, sodass Sie den Ladezustand und den Zustand der Batterie auch aus der Ferne verfolgen können.

Was ist der Unterschied zwischen einem Hybrid-Wechselrichter und einem PCS?

Ein Hybrid-Wechselrichter vereint die Funktionen eines Solar- und eines Batterie-Wechselrichters in einem einzigen Gerät: Über seine MPPT-Eingänge nimmt er den Gleichstrom der Solarmodule auf, lädt und entlädt die Batterie und speist anschließend Wechselstrom in den Haushalt oder ins Netz ein. Bei Privatanlagen ist dies eine gängige Lösung, insbesondere bei Neuinstallationen, da ein einziges Gerät sowohl die Solaranlage als auch den Speicher steuert.

Das PCS (Power Conversion System) ist der bidirektionale Wechselrichter für gewerbliche und industrielle Speichersysteme, der die Energie zwischen dem Akku und dem Netz bzw. den Verbrauchern synchron mit dem Netz umwandelt. Funktional enthält jedoch auch der Wechselrichter ein PCS: Tatsächlich handelt es sich um eine Kombination aus einem Umrichter (PCS), einem oder mehreren MPPT-Modulen und in vielen Fällen einem Umschaltmodul (STS). Die Aufgaben der Netzkonformität, der Frequenz- und Spannungsregelung sowie des Schutzes werden daher ebenfalls von den Wechselrichtern übernommen. Der Unterschied liegt eher im Maßstab und im Aufbau: PCS-Einheiten sind oft modular aufgebaut, sodass mehrere Einheiten zu der gewünschten Leistung zusammengeschaltet werden können; das Laden und Entladen wird dabei von einem separaten EMS gesteuert, und im industriellen Maßstab können sie auch zusätzliche Funktionen bieten.

Die Grenze ist also nicht scharf gezogen: Es gibt auch PCS-Einheiten mit MPPT-Eingang, und der Hybrid-Wechselrichter ist ebenfalls ein bidirektionaler Umrichter. Die beiden Begriffe werden in der Fachwelt oft synonym verwendet, daher lohnt es sich, die konkreten Funktionen im Datenblatt zu vergleichen. Vereinfacht gesagt: In Einfamilienhäusern kommt in der Regel ein Hybrid-Wechselrichter zum Einsatz, im industriellen Maßstab werden eigenständige PCS und EMS in das System integriert.

Smart Meter: Was passiert im Netz?

Die Batterie und der Wechselrichter sehen für sich genommen nur ihren eigenen Stromkreis. Damit das System eine fundierte Entscheidung treffen kann, muss es wissen, wie viel Strom aus dem Netz einspeist und wie viel dorthin zurückfließt. Diese Aufgabe übernimmt der Smart Meter, also das am Netzanschlusspunkt installierte und mit dem Wechselrichter verbundene Messgerät, das häufig mit einem Stromwandler (CT) arbeitet. Dieser ist nicht mit dem Abrechnungszähler des Stromversorgers identisch. Das Energiemanagementsystem stützt seine Entscheidungen auf die Daten dieses Geräts. Ohne Messung würde die Steuerung blind arbeiten.

Was misst der Smart Meter?

Der Smart Meter führt eine bidirektionale Messung durch: Er erfasst separat die aus dem Netz bezogene und die ins Netz eingespeiste Energie. Darüber hinaus misst er Momentanwerte wie Spannung, Stromstärke, Leistung, Frequenz und Leistungsfaktor und übermittelt diese in der Regel über eine RS485-Leitung im Modbus-RTU-Protokoll an den Wechselrichter.

Die Datenübertragung erfolgt schnell: Bei einigen Herstellerlösungen übermittelt der Zähler jede Sekunde einen gemittelten Leistungswert an das EMS, das daraufhin ein neues Referenzsignal an den Wechselrichter sendet. So kann das System innerhalb einer Sekunde reagieren, wenn beispielsweise die Rückspeisung den zulässigen Grenzwert erreicht. Dies ist die Grundlage sowohl für die Einspeisebegrenzung (Export Limitation) als auch für den Null-Einspeisebetrieb, der an manchen Orten sogar durch Netzvorschriften vorgeschrieben ist.

Der Standort des Zählers ist ebenso wichtig. Er muss zwischen dem Netz und allen Haushaltsverbrauchern sowie anderen Erzeugern angebracht werden, denn nur so lässt sich der gesamte Energiefluss des Hauses erfassen. Die Differenz zwischen momentaner Entnahme und Erzeugung zeigt an, ob gerade Energie entnommen oder eingespeist wird. Wird der Zähler an einer falschen Stelle angebracht, beispielsweise auf der Verbraucherseite, arbeitet das System mit fehlerhaften Daten.

Warum ist die richtige Messrichtung wichtig?

Der Stromwandler (CT) ist richtungsabhängig: Der Pfeil auf dem Stromwandler zeigt an, welche Stromrichtung als positiv gewertet wird. Wird er verkehrt herum eingebaut, erkennt das System den Strombezug als Einspeisung und die Einspeisung als Strombezug. In diesem Fall tut die Steuerung des Energiespeichers genau das Gegenteil von dem, was sie eigentlich tun sollte: Sie speist den Solarstromüberschuss ins Netz ein, anstatt die Batterie zu laden, oder sie entlädt die Batterie abends nicht, während das Haus Strom aus dem Netz bezieht. Bei einem auf Null-Einspeisung eingestellten System kann der Fehler auch bedeuten, dass die Begrenzung zwar scheinbar aktiv ist, das System jedoch tatsächlich unbegrenzt in das Netz zurückspeist.

Die richtige Ausrichtung kann je nach Hersteller variieren: Bei manchen muss der Pfeil in Richtung Netz zeigen, bei anderen Lösungen in Richtung Wechselrichter. Daher ist immer die jeweilige Installationsanleitung maßgebend. Einige Wechselrichter können die Messrichtung auch per Software umkehren, und manche Hersteller-Apps helfen mit einer CT-Prüffunktion dabei, Fehler zu erkennen.

EMS – das „Gehirn“ des Energiespeichersystems

Wenn das BMS der Beschützer der Batterie ist, dann ist das EMS (Energy Management System) das Gehirn des gesamten Speichersystems. Diese übergeordnete Steuerung entscheidet, wann, warum und wie viel Energie das System speichern oder abgeben soll. Das EMS kommuniziert direkt mit dem Wechselrichter und dem BMS, berücksichtigt die Daten des Netzes, der Solarmodule und der Verbraucher und erstellt daraus die Betriebsstrategie. Bei Privatanlagen ist es häufig in die Software des Speichers oder des Wechselrichters integriert, es gibt jedoch auch eigenständige Energiemanagement-Geräte. Das Endergebnis ist dasselbe: eine Zentrale, die das gesamte System als Ganzes überblickt.

Die Bedeutung von EMS und BMS

Die Bedeutung von EMS und BMS kurz erklärt: Das BMS (Battery Management System) ist das Batteriemanagementsystem, das EMS (Energy Management System) hingegen die Steuerung für das Energiemanagement. Die beiden Abkürzungen ähneln sich, ihre Aufgaben liegen jedoch auf unterschiedlichen Ebenen.

Das BMS arbeitet auf der Ebene der Batterie. Es überwacht Spannung, Stromstärke und Temperatur der Zellen, schätzt den Ladezustand und den Gesundheitszustand ab, gleicht die Zellen aus und übernimmt Schutzfunktionen. Bei größeren Speichersystemen kann es mehrstufig sein: Die eigenen BMS der Module melden sich bei einem Haupt-BMS (Master-BMS).

Das EMS hingegen denkt auf Systemebene. Es befasst sich nicht mit den einzelnen Zellen, sondern damit, wie die Energie unter Berücksichtigung der Netzgrenzen zwischen Akku, Solarmodulen, Netz und Verbrauchern verteilt werden soll, beispielsweise zum Zweck der Steigerung des Eigenverbrauchs, der Lastverschiebung oder der Spitzenlastabdeckung.

Beide arbeiten zusammen: Die Entscheidungen des EMS werden durch die Grenzwerte des BMS begrenzt. Wenn das BMS feststellt, dass der Akku zu kalt oder bereits voll ist, würde das EMS vergeblich eine Ladung anfordern – die Sicherheit hat Vorrang. In einem gut integrierten System verläuft diese Arbeitsteilung unbemerkt: Das EMS plant, das BMS überwacht.

Welche Daten nutzt das EMS-System?

Das EMS-System ist nur so gut wie die Daten, mit denen es arbeitet. Seine wichtigsten Quellen lassen sich in vier Gruppen einteilen.

Die erste sind Echtzeitmessungen: die Netzdaten des Smart Meters, die Erzeugungswerte des Wechselrichters sowie die vom BMS gelieferten Ladezustände und Grenzwerte. Die zweite sind Prognosen: Fortschrittliche Systeme schätzen anhand des Standorts der Anlage und meteorologischer Daten die zu erwartende Solarstromerzeugung, und zwar bis zu 48 Stunden im Voraus. Der dritte Faktor ist das Verbrauchsverhalten: Das EMS lernt anhand früherer Messungen die wiederkehrenden Gewohnheiten des Haushalts kennen; einige Hersteller benötigen hierfür ein Lastprofil von mindestens zwei Wochen. Der vierte Faktor ist der Tarif: die Einspeisevergütung, der Strompreis sowie bei dynamischen Tarifen der zeitabhängige Preis.

Die Funktionsweise des Energiemanagementsystems besteht im Wesentlichen aus einem kontinuierlichen Planungszyklus: Aus den Daten wird ein Zeitplan erstellt, wann geladen, wann entladen und wie viel Reserve belassen werden soll. Die Batterie führt dies aus, das BMS meldet den aktuellen Ladezustand zurück, und das EMS plant auf dieser Grundlage neu.

Deshalb kann es vorkommen, dass sich die Batterie auch bei Sonnenschein nicht sofort auflädt. Dies ist beabsichtigt: Basierend auf der Prognose wird sie später voll sein, wodurch das System vermeidet, dass die Produktion der Solarmodule aufgrund von Einspeisebeschränkungen gedrosselt werden muss, und zudem die Lebensdauer der Batterie schont.

Wie kommunizieren die Komponenten der Energiespeichersteuerung miteinander?

Aus den bisherigen Kapiteln geht hervor, dass in einem Speichersystem mehrere eigenständige Geräte zusammenarbeiten: Akku, Wechselrichter, Zähler und EMS. Die Steuerung des Energiespeichers funktioniert nur dann zuverlässig, wenn diese eine gemeinsame Sprache sprechen. In der Praxis haben sich einige bewährte Kommunikationslösungen durchgesetzt: die serielle RS485-Leitung mit Modbus-Protokoll, der CAN-Bus sowie Ethernet und Internetverbindungen. Jede davon hat ihre eigene Rolle, und in einem System laufen oft mehrere gleichzeitig. Im Folgenden stellen wir sie kurz und aus praktischer Sicht vor.

RS485 und Modbus

RS485 ist ein physikalischer Standard: Er legt fest, wie Signale über ein verdrilltes Adernpaar übertragen werden. Modbus hingegen ist das Protokoll, das festlegt, in welcher Form die Geräte Anfragen stellen und Antworten geben. Modbus funktioniert nach dem Master-Slave-Prinzip in einer seriellen Leitung: Ein zentrales Gerät stellt Anfragen, die anderen antworten nur, wenn sie angesprochen werden, und kommunizieren nicht miteinander.

An einen RS485-Bus können mehrere Geräte angeschlossen werden, und bei niedriger Datenrate sind Kabel lunghe von bis zu 1200 Metern möglich. Bei Energiespeichern wird es häufig zum Anschluss von Smart Metern verwendet, aber viele Hersteller bieten den RS485-Anschluss auch für die Kommunikation zwischen Akku und Wechselrichter an.

Beim Anschluss sind mehrere Details zu beachten: die korrekte Zuordnung der A- und B-Leiter, die Abschirmung des Busses, die Datenrate und die Modbus-Adressen der Geräte. Ist einer dieser Punkte fehlerhaft, kann die Kommunikation stocken oder gar nicht zustande kommen.

CAN-Kommunikation

Der CAN-Bus (Controller Area Network) wurde ursprünglich von Bosch für die Automobilindustrie entwickelt und ist heute auch in der industriellen Automatisierung und in Batteriespeichersystemen weit verbreitet. Im Gegensatz zum RS485-Modbus gibt es hier kein obligatorisches zentrales Gerät: CAN ist ein Multi-Master-System mit Rundfunkübertragung, bei dem jeder Knoten Daten senden kann, sobald der Bus frei ist, und bei dem Kollisionen durch bitweise Prioritätsarbitrierung aufgelöst werden. Die differentielle Signalübertragung filtert elektrisches Rauschen gut heraus, und die Fehlererkennung ist Teil des Protokolls.

Bei Privatspeichern erfolgt der Datenaustausch zwischen dem BMS-System und dem Wechselrichter häufig über CAN mit einem RJ45-Kabel. Auch parallel geschaltete Batteriemodule können über denselben Bus miteinander kommunizieren. Das Kabel sieht äußerlich wie ein Netzwerkkabel aus, die Pinbelegung kann jedoch je nach Hersteller variieren, weshalb stets die vom Hersteller vorgeschriebene Belegung zu verwenden ist.

Ethernet und Cloud-Verbindung

Die dritte Ebene ist die Netzwerkverbindung. Viele Wechselrichter lassen sich über einen LAN-Anschluss, WLAN oder ein separates Datenerfassungsmodul (Dongle) mit dem lokalen Netzwerk und dem Internet verbinden. Bei einigen Modellen ist über den Ethernet-Anschluss auch Modbus TCP verfügbar, sodass ein externes EMS oder eine Smart-Home-Steuerungssoftware die Mess-, Erzeugungs- und Akkudaten direkt auslesen kann.

Die Cloud-Verbindung speist die Überwachungsplattform des Herstellers: Von dort aus kannst du die Systemdaten über dein Smartphone abrufen, und der Installateur kann aus der Ferne Diagnosen durchführen, Einstellungen vornehmen und sogar Firmware-Updates durchführen. Die Optimierung auf Basis dynamischer Tarife und Wettervorhersagen erfordert ebenfalls eine Internetverbindung.

Wichtig zu wissen ist, dass die lokalen Regelungen, also die Beschränkungen für das Laden, Entladen und die Rückspeisung, in der Regel auch ohne Internet funktionieren. Bei einem Verbindungsabbruch läuft das System weiter, lediglich die Daten werden nicht in die Cloud übertragen, bis die Verbindung wiederhergestellt ist.

Was passiert bei einem Kommunikationsfehler?

Die Folgen von Kommunikationsfehlern hängen davon ab, welche Verbindung unterbrochen wird.

Wenn die Verbindung zwischen dem BMS und dem Wechselrichter unterbrochen wird, kann der Wechselrichter den Zustand der Batterie nicht ermitteln. Aus Sicherheitsgründen schränkt er daher den Lade- und Entladevorgang ein oder stoppt ihn und zeigt einen Fehlercode an, beispielsweise mit der Meldung „BMS Lost“ oder „BMS communication fault“. Die Batterie ist in diesem Fall in der Regel unbeschädigt; die Ursache des Fehlers ist häufig ein lockeres oder beschädigtes Kommunikationskabel. Es kann auch vorkommen, dass sich das BMS selbst aus Sicherheitsgründen abschaltet, beispielsweise aufgrund von Überstrom oder Überhitzung, was dem Wechselrichter ebenfalls als Kommunikationsfehler angezeigt wird.

Wenn die Verbindung zum Smart Meter unterbrochen wird, wechselt ein gut konzipiertes System in einen sicheren Zustand: Es begrenzt die Leistung auf den eingestellten Einspeisegrenzwert.

Die Funktionsweise des Batteriesystems ist also so ausgelegt, dass bei fehlenden Daten die Sicherheit Vorrang vor dem Ertrag hat.

Warum ist die Batterieüberwachung wichtig?

Die Batterieüberwachung ist nicht nur eine Komfortfunktion. Es gibt drei Gründe, warum es sich lohnt, die Daten regelmäßig zu überprüfen.

Der erste Grund ist die frühzeitige Fehlererkennung. Die Warnmeldungen des BMS zeigen an, wenn beispielsweise die Zellen unausgeglichen sind, die Temperatur den sicheren Bereich verlässt oder ein Überstrom auftritt. Diese Warnungen dürfen nicht ignoriert werden, da sie zu einer Beschädigung der Batterie oder zu Sicherheitsrisiken führen können.

Der zweite Punkt ist die Überwachung der Alterung. Der Zustand (SOH) zeigt, wie sich die Kapazität im Laufe der Jahre verändert, sodass rechtzeitig erkennbar ist, wenn die Leistungsminderung schneller als erwartet voranschreitet.

Der dritte Punkt betrifft die Garantie und den Kundendienst. Einige Installateure knüpfen die Leistungsgarantie an die Online-Verfügbarkeit des Systems, und der Fernzugriff ermöglicht eine schnellere Fehlerbehebung.

Im Falle eines Fehlercodes empfiehlt es sich, die Maßnahmen – insbesondere das Firmware-Update – dem Installateur zu überlassen.

Wie arbeiten Solarmodul und Energiespeicher-Akku zusammen?

Der entscheidende Aspekt beim Zusammenspiel von Solarmodul und Akku ist die Frage, wo sich die beiden Stromkreise treffen. Dies bestimmt den Wirkungsgrad, die Erweiterbarkeit und auch, welche Komponenten in das System integriert werden müssen. Es gibt zwei grundlegende Aufbauvarianten.

In einem DC-gekoppelten System werden die Solarmodule und die Batterie an denselben Hybrid-Wechselrichter angeschlossen, und zwar an dessen gemeinsame Gleichstromseite. Der Gleichstrom der Solarmodule lädt die Batterie direkt auf und wird erst für die Verbraucher oder das Netz in Wechselstrom umgewandelt. Es kann auch die durch „Clipping“ verlorene Energie eines überdimensionierten Solarparkes speichern. Beim Laden über Solarmodule erreicht es typischerweise einen Kreislaufwirkungsgrad von 95–98 Prozent, weshalb dies bei Neuinstallationen in der Regel die sinnvolle Wahl ist.

In einem netzgekoppelten System arbeiten die Solarmodule an einen eigenen Wechselrichter, während die Batterie über einen separaten Batteriewechselrichter an die Wechselstromseite angeschlossen wird. Die gespeicherte Energie wird dabei bis zu dreimal umgewandelt, weshalb der Wirkungsgrad typischerweise bei 90–94 Prozent liegt. Im Gegenzug bleibt die bestehende Solaranlage unberührt, sodass dies bei einer nachträglichen Erweiterung der naheliegende Weg ist. Die beiden Wechselrichter arbeiten unabhängig voneinander, sodass bei einem Ausfall des einen der andere weiterbetrieben werden kann.

Der Unterschied betrifft jedoch nur die gespeicherte Energie: Was direkt vom Solarmodul zu den Verbrauchern fließt, durchläuft in beiden Fällen nur eine einzige Umwandlung. Beim Laden über das Netz geht der Wirkungsgradvorteil des DC-Anschlusses verloren. Bei der Planung einer Solaranlage mit Batteriespeicher kommt es also darauf an, wie viel Energie tatsächlich durch die Batterie fließt.

Wenn Sie abwägen, welche Konfiguration zu Ihrer eigenen Anlage passt, gehen wir in unserem Artikel, der auch detaillierte Entscheidungskriterien enthält, aufdas Dilemma zwischen AC- und DC-gekoppelten Energiespeichern ein.

Welche Betriebsmodi sind in einem modernen System verfügbar?

In einem modernen System arbeitet die Steuerung des Energiespeichers nicht nach einer einzigen, festgelegten Logik. Die Hersteller bieten mehrere Betriebsmodi an, aus denen je nach den örtlichen Tarifen und den Nutzerbedürfnissen gewählt werden kann. Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Hersteller, die dahinterstehende Logik ist jedoch ähnlich.

Eigenverbrauchsoptimierung (Self-use): Die Prioritätenreihenfolge lautet Verbraucher, Akku, Netz. Die Solaranlage versorgt zunächst das Haus, der Überschuss lädt den Akku auf, und erst was danach übrig bleibt, wird ins Netz eingespeist. Dies ist dort vorteilhaft, wo die Einspeisevergütung niedrig und der Abnahmepreis hoch ist.

Einspeisepriorität (Feed-in first): Nach der Versorgung des Hauses wird der Solarstromüberschuss in erster Linie ins Netz eingespeist und nicht in die Batterie. Dies kann sinnvoll sein, wenn die Einspeisevergütung höher ist als der Preis für den bezogenen Strom.

Reservebetrieb (Backup): Das System hält den Akku auf einem höheren Ladezustand, um bei einem Stromausfall die Versorgung kritischer Verbraucher sicherzustellen (bei Systemen mit Reserveausgang). Dies wird dort empfohlen, wo Netzausfälle häufig vorkommen.

Zeitgesteuertes Laden und Entladen (Force time use, Time of use): Der Nutzer kann festlegen, wann das System aus dem Netz laden und wann es die Batterie entladen soll. Bei Tarifen mit unterschiedlichen Tageszeitenpreisen kann die in den günstigeren Zeiträumen gespeicherte Energie in den teureren Stunden genutzt werden.

Einige Systeme bieten weitere Modi an, beispielsweise Spitzenlastabdeckung (Peak Shaving) oder Generatorbetrieb. Im Eigenverbrauchs- und Reservemodus lässt sich in der Regel ein Mindestladestand (Min SOC) einstellen, unter den die Batterie nicht entladen wird.

Die Wahl des geeigneten Modus ist daher in erster Linie eine Frage der Stromtarife: Dieselbe Hardware kann mit unterschiedlichen Einstellungen zu ganz unterschiedlichen Einsparungen führen.

Die Funktionsweise des EMS-Systems in der Praxis

Um dies anschaulich zu machen, betrachten wir einen Tag in einem fiktiven Einfamilienhaus, in dem eine Solaranlage, ein Akku, eine Wärmepumpe und eine Ladestation für Elektroautos in Betrieb sind. Das Beispiel dient der Veranschaulichung; das konkrete Verhalten variiert je nach Hersteller und Einstellung.

Am Vorabend erkennt das EMS-System anhand der Vorhersage, dass am nächsten Tag sonniges Wetter zu erwarten ist. Daher lädt es den Akku nachts nicht über das Stromnetz auf und entlädt ihn morgens bis auf den Mindestladestand, um den morgendlichen Verbrauch zu decken, bis die Solarmodule in Betrieb gehen.

Am Vormittag übersteigt die Erzeugung bereits den Bedarf des Hauses. Das EMS kann dann die Wärmepumpe über den SG Ready-Anschluss in den erweiterten Betriebsmodus schalten, sodass der Überschuss als Wärme im Warmwasser- oder Pufferspeicher gespeichert wird. Ist keine Wärmepumpe vorhanden, kann über einen Relaisausgang beispielsweise auch eine Heizmatte angesteuert werden.

Mittags, zur Spitzenzeit der Stromerzeugung, wird die Batterie geladen, und auch das Elektroauto wird mit Solarenergie aufgeladen. Manche Energiemanager laden das Auto vorrangig mit dem Überschuss auf, und es lässt sich auch eine Mindestladung einstellen, damit immer genügend Reichweite vorhanden ist. Das System verteilt den Überschuss so, dass die Produktion der Solarmodule aufgrund der Einspeisebegrenzung nicht gedrosselt werden muss.

Abends übernimmt die Batterie die Stromversorgung des Hauses. Das EMS lässt den Ladezustand nicht unter den eingestellten Mindestwert sinken, sodass auch über Nacht noch eine Reserve vorhanden ist, während das BMS die Zellen kontinuierlich überwacht.

Die Funktionsweise des Energiemanagementsystems beruht also auf einer Kombination aus Prioritätenreihenfolge und Prognose: Das Ziel ist es, möglichst viel Eigenstrom zum günstigsten Zeitpunkt und mit möglichst geringen Verlusten zu nutzen.

Wann geht das Energiemanagementsystem über den einfachen Eigenverbrauch hinaus?

Die Steigerung des Eigenverbrauchs ist die Grundaufgabe, doch ein fortschrittliches Energiemanagementsystem kann weitaus mehr. In diesem Fall geht es nicht mehr nur darum, wo die Eigenstromerzeugung genutzt wird, sondern auch darum, wann, zu welchem Preis und unter welchen Netzbedingungen.

Bei dynamischen Tarifen lädt das EMS den Akku auf der Grundlage der Preisprognose dann auf, wenn der Strom günstig ist, und nutzt ihn dann, wenn er teuer ist. Dies wird als Energiearbitrage bezeichnet. Dazu muss es gleichzeitig die erwartete Erzeugung, den Verbrauch und den Ladezustand des Akkus berücksichtigen.

Beim Spitzenlastabbau (Peak Shaving) besteht das Ziel darin, die Leistungsspitzen aus dem Netz abzuflachen. Dort, wo die Tarifgestaltung an die höchste abgezogene Leistung gekoppelt ist, entlädt sich die Batterie in der Spitzenzeit, wodurch sich die Leistungsgebühr verringert. Dies ist insbesondere dort von Bedeutung, wo die Leistungsgebühr einen wesentlichen Teil der Rechnung ausmacht.

Auch die Einhaltung der Netzvorschriften ist Teil des Energiemanagements: Das System hält die Einspeisegrenze ein und kann in bestimmten Märkten auf Anweisung des Netzbetreibers den Verbrauch oder die Einspeisung begrenzen.

Die höchste Stufe bildet das virtuelle Kraftwerk (VPP). Dabei werden viele geografisch verstreute Speicher durch eine zentrale Software koordiniert, sodass sie sich wie ein einziges, steuerbares Kraftwerk verhalten. Diese Systeme können sowohl an der Frequenzregelung als auch an der Nachfragesteuerung teilnehmen, wobei ein Teil der Einnahmen an die Eigentümer ausgezahlt wird.

Welche dieser Möglichkeiten zur Verfügung stehen, hängt vom lokalen Markt- und Regulierungsumfeld ab. Bei der Auswahl eines Energiemanagementsystems lohnt es sich daher, auch an zukünftige Möglichkeiten zu denken.

Was ist der Unterschied zwischen der Speicherung mit Solarstrombatterien im privaten und im industriellen Bereich?

Das Grundprinzip ist in beiden Fällen dasselbe: Akku, BMS, Wechselrichter und Steuerung. Der Unterschied liegt im Umfang, im Aufbau und in den Zielen.

Bei Privatanlagen reicht die Kapazität typischerweise von einigen kWh bis zu einigen zehn kWh; zur Deckung eines durchschnittlichen Abend- und Nachtverbrauchs reichen oft bereits 5–10 kWh Nutzkapazität aus. Die Umwandlung erfolgt in der Regel über einen einzigen Wechselrichter, die Steuerung ist in die Software des Wechselrichters oder des Speichers integriert. Das Hauptziel ist die Steigerung des Eigenverbrauchs und bei Bedarf die Notstromversorgung. Es gibt auch modulare, für den Außenbereich geeignete und beheizbare Ausführungen; solche Lösungen findest du beispielsweise unter den EcoFlow-Energiespeichern.

Im industriellen und gewerblichen Maßstab kann die Kapazität von mehreren hundert kWh bis zu Megawattstunden reichen. Die Systeme sind als Schrank- oder Containerausführungen erhältlich, die BMS der Module sind in einer mehrstufigen Hierarchie organisiert, die Umwandlung erfolgt über modulare PCS-Einheiten, und die Steuerung wird von einem separaten EMS- oder SCADA-System übernommen. Häufig kommt auch die All-in-One-Ausführung zum Einsatz, bei der Wechselrichter, Batterie und Wärmemanagement in einem vorintegrierten Schrank untergebracht sind. Dem Wärmemanagement kommt eine herausragende Rolle zu; neben der Luftkühlung setzt sich zunehmend die Flüssigkeitskühlung durch, und auch Brandschutz- und Rauchmeldesysteme sind Bestandteil der Anlage.

Auch die Ziele sind andere. An einem Industriestandort spielen neben dem Eigenverbrauch auch die Spitzenlastabdeckung, die Lastverschiebung und Netzdienstleistungen eine wichtige Rolle, weshalb die Dimensionierung vom Lastprofil des Standorts ausgeht. Beim Netzanschluss gelten zudem strengere Anforderungen an die Sicherheit und die Stromqualität.

Die Speicherung von Solarstrom in Batterien basiert also auf denselben Grundelementen, doch im industriellen Maßstab kommt der Planung, der Sicherheit und dem Geschäftsmodell eine weitaus größere Bedeutung zu.

Worauf sollte man bei der Auswahl eines Energiespeichersystems achten?

Aus dem bisher Gesagten wird bereits deutlich, woraus ein Energiespeichersystem besteht: Batterie mit BMS, Wechselrichter, Zähler und EMS. Bei der Auswahl reicht es daher nicht aus, nur auf eine einzige Kennzahl, wie beispielsweise die kWh, zu achten. Es lohnt sich, drei Gruppen von Aspekten gemeinsam zu betrachten: Kapazität und Leistung, Kompatibilität der Komponenten sowie die Steuerungsmöglichkeiten. Vor der Entscheidung empfiehlt es sich, auch die eigenen Verbrauchsdaten zu erfassen, da die Dimensionierung ohne diese nur eine Schätzung ist.

Kapazität und Leistung

Die Kapazität (kWh) gibt an, wie viel Energie die Batterie speichern kann, während die Leistung (kW) angibt, welche Last sie gleichzeitig versorgen kann. Beides ist nicht dasselbe: Ein System mit hoher Kapazität, aber geringer Leistung hält zwar lange durch, kann aber beim Einschalten eines größeren Verbrauchers zu schwach sein.

Die Kapazität wird in erster Linie durch den Verbrauch am Abend und in der Nacht bestimmt, nicht durch den täglichen Gesamtverbrauch. Rechnen Sie immer mit der Nutzkapazität, nicht mit der Nennkapazität. Bei der Leistung lohnt es sich, sowohl die Dauerleistung als auch die kurzzeitige Spitzenleistung zu prüfen und zu berücksichtigen, ob das System durch den Wechselrichter oder den Energiespeicher-Akku begrenzt wird. Wenn auch eine Notstromversorgung angestrebt wird, muss zudem durchdacht werden, welche Verbraucher bei einem Stromausfall weiterlaufen sollen.

Wichtig ist auch die Erweiterbarkeit. Bei einem modularen System lässt sich die Kapazität später durch weitere Module erhöhen; eine solche Lösung findest du beispielsweise auchbei den FoxEss-Energiespeichern . Die Bedingungen für die Erweiterung werden jedoch immer durch die Herstellerangaben festgelegt.

C-Rate und Kompatibilität

Die C-Rate gibt an, wie schnell der Akku im Verhältnis zu seiner Kapazität geladen oder entladen werden kann. Bei 1C kann er innerhalb einer Stunde, bei 0,5C innerhalb von zwei Stunden vollständig geladen oder entladen werden. In der Praxis ergibt sich daraus die Leistung: Ein 10-kWh-Akku, der mit 0,5C belastbar ist, kann dauerhaft etwa 5 kW abgeben. LFP-Zellen vertragen typischerweise eine dauerhafte Belastung von 0,5C und eine kurzzeitige Belastung von 1C gut. Die C-Rate beim Laden und Entladen kann unterschiedlich sein; dies wird im Datenblatt gesondert angegeben.

Mindestens ebenso wichtig ist die Kompatibilität. Der Spannungsbereich des Akkus muss zum Wechselrichter passen, und auch das Kommunikationsprotokoll (CAN oder RS485) zwischen Akku und Wechselrichter muss übereinstimmen. Hochspannungs- und Niederspannungsakkus sind nicht austauschbar, selbst bei identischem kWh-Wert nicht. Beachten Sie stets die aktuelle, vom Hersteller genehmigte Kompatibilitätsliste auf Modell- und Firmware-Ebene. Eine nicht genehmigte Kombination kann zwar funktionieren, aber zu Fehlermeldungen, Leistungseinschränkungen oder Garantieproblemen führen.

Funktionen des EMS-Systems

Die Fähigkeiten des EMS bestimmen, wie viel du aus der Hardware herausholen kannst. Es lohnt sich zu prüfen, ob das Steuerungssystem vorausschauendes Laden und dynamische Tarife unterstützt, ob es die Rückspeisebegrenzung handhaben kann und ob es über eine Funktion zur Spitzenlastabsenkung verfügt. Wenn Sie zu Hause eine Wärmepumpe oder eine Ladestation für Elektroautos haben, ist es wichtig, dass das EMS auch diese steuern kann, beispielsweise über eine SG-Ready- oder EEBUS-Schnittstelle.

Eine offene Schnittstelle, wie beispielsweise Modbus TCP, ermöglicht es dir, das System später auch mit externen Systemen zu verbinden. Schau dir außerdem an, wie die Hersteller-App aussieht, ob Fern-Updates möglich sind und welchen Cybersicherheitsschutz der Hersteller bietet. Dies ist wichtig, da du einen Speicher in der Regel für einen jahrzehntelangen Betrieb kaufst und die Software in dieser Zeit durch Updates erweitert werden kann. Vergewissere dich schließlich, dass die lokale Steuerung auch ohne Internetverbindung funktioniert.

SOLARKIT-Meinung zur batteriebasierten Energiespeicherung

Als Großhändler für Solaranlagen und Partner für technischen Support stellen wir fest, dass der Erfolg der batteriebasierten Energiespeicherung selten von der Batterie selbst abhängt. Vielmehr kommt es darauf an, wie gut die Systemkomponenten aufeinander abgestimmt sind und ob die Planung auf realen Verbrauchsdaten basiert. Falsche Entscheidungen resultieren in der Regel aus einer mangelnden Bestandsaufnahme und nicht aus fachlicher Unkenntnis. Im Folgenden empfehlen wir daher kein konkretes Produkt, sondern eine Herangehensweise.

Woraus besteht ein Energiespeichersystem im Idealfall?

Wenn du fragst, woraus ein Energiespeichersystem im Idealfall besteht, umfasst unsere Antwort fünf Elemente: eine LFP-basierte Batterie, deren Nutzkapazität auf deinen Abendverbrauch ausgelegt ist; ein zuverlässiges BMS mit Closed-Loop-Kommunikation; einen Wechselrichter, der zum Spannungsbereich und zur Kompatibilitätsliste des Herstellers passt; ein am Netzanschlusspunkt korrekt installierter Smart Meter; sowie ein EMS, das an die lokalen Tarife angepasst werden kann.

Was die Architektur betrifft, lautet unser Fazit einfach: Bei einem neuen System DC-Anschluss, bei einem bestehenden und gut funktionierenden Wechselrichter AC-Anschluss. Eine Ausnahme bildet der Fall, dass der alte Wechselrichter ohnehin ausgetauscht werden muss.

Ebenso wichtig ist, was nicht dazugehört: unnötige Überdimensionierung. Eine im Vergleich zu den Solarmodulen zu große Batterie verbessert die Eigenversorgung selten proportional, verschlechtert jedoch die Rentabilität.

Bevor du ein Angebot abgibst oder einholst, solltest du den Typ und das Baujahr des vorhandenen Wechselrichters, die Spannungs- und Stromwerte der Strings, die Anschlussleistung und die Einspeisegrenze, den Bedarf an Notstromversorgung sowie das abendliche Lastprofil festhalten.

Was ist der Unterschied zwischen einem Batterie-BMS und einem EMS?

Wenn man den wesentlichen Unterschied zwischen Batterie-BMS und EMS in einem Satz zusammenfassen müsste: Das BMS ist für die Sicherheit und Lebensdauer der Batterie verantwortlich, während das EMS dafür sorgt, dass die Energie so wirtschaftlich wie möglich genutzt wird. Das BMS überwacht die Zellen kontinuierlich in Echtzeit, während das EMS bis zu 48 Stunden im Voraus plant.

In der Praxis zeigen sich ihre Fehler daher auch unterschiedlich. Ein BMS-Alarm oder ein Kommunikationsfehler erfordert sofortige Aufmerksamkeit, da das System aus Sicherheitsgründen den Lade- und Entladevorgang einschränken oder unterbrechen kann. Ein falsch eingestelltes EMS ist hingegen in der Regel kein Sicherheits-, sondern ein wirtschaftliches Problem: Der Speicher lädt und entlädt nicht zu dem Zeitpunkt, zu dem es am günstigsten wäre.

Beim Kauf lohnt es sich daher, beides separat zu prüfen: beim BMS die Schutzfunktionen, den Zellausgleich und die Kommunikation im geschlossenen Regelkreis, beim EMS die Betriebsmodi, die Prognose und die Erweiterbarkeit. Die batteriebasierte Energiespeicherung funktioniert dann gut, wenn beide Systeme zusammen und aufeinander abgestimmt arbeiten.

Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert die Batterie-Energiespeicherung kurz gesagt?

Tagsüber versorgt die Solaranlage zunächst die Verbraucher im Haus, der Überschuss lädt die Batterie auf, und erst bei voller Batterie wird Strom ins Netz eingespeist. Abends oder bei bewölktem Wetter entlädt sich die Batterie, und der Wechselrichter wandelt den gespeicherten Gleichstrom in Wechselstrom um. Die Energiespeicherung mit Batterie überträgt somit die tagsüber gewonnene Sonnenenergie auf den Abend und die Nacht.

Was bedeuten EMS und BMS?

Die Bedeutung von EMS und BMS: Das BMS (Battery Management System) ist das Batteriemanagementsystem, das Spannung, Stromstärke und Temperatur der Zellen überwacht und schützt. Das EMS (Energy Management System) steuert das Energiemanagement des gesamten Systems: Es entscheidet, wann das System laden, entladen oder Energie zurückspeisen soll. Der Unterschied zwischen BMS und EMS liegt also auf einer anderen Ebene: Das BMS schützt die Batterie, das EMS optimiert das gesamte System.

Warum lädt sich die Batterie nicht sofort auf, wenn die Sonne scheint?

Beim prognosebasierten Laden ist dies beabsichtigt. Das EMS weiß anhand der Wettervorhersage, dass sich die Batterie später noch füllen wird, und lädt sie daher morgens nicht vollständig auf. So lässt sich vermeiden, dass die Solarmodule mittags aufgrund der Einspeisebegrenzung gedrosselt werden müssen, und die kalendarische Lebensdauer der Batterie wird geschont. Tritt dieses Phänomen auch ohne die Prognosefunktion auf, sollten Sie die Anschlussrichtung des Zählers überprüfen lassen.

Was passiert, wenn die Kommunikation zwischen Akku und Wechselrichter unterbrochen wird?

Der Wechselrichter kennt in diesem Fall den Zustand der Batterie nicht und schränkt daher aus Sicherheitsgründen den Lade- und Entladevorgang ein oder stoppt ihn und zeigt einen Fehlercode an. Die Batterie ist in der Regel intakt, die Ursache des Fehlers ist häufig ein lockeres oder beschädigtes Kommunikationskabel. Wenn der Fehler auch nach einem Neustart weiterhin besteht, wende dich an deinen Installateur und führe die Firmware-Aktualisierung nicht selbst durch.

Funktioniert der Energiespeicher auch ohne Internetverbindung?

Ja, bei den meisten Systemen. Die lokale Steuerung, d. h. das Laden, das Entladen und die Begrenzung der Rückspeisung, funktioniert auch ohne Internet. Bei einem Verbindungsausfall fallen lediglich die cloudbasierten Funktionen aus: die mobile Überwachung, die Ferndiagnose sowie die auf Wetter- und Preisprognosen basierende Optimierung. Die Daten werden in der Regel nach Wiederherstellung der Verbindung hochgeladen. Einige Installateure knüpfen die Leistungsgarantie an die Online-Verfügbarkeit; dies sollte im Vertrag überprüft werden.