Dimensionierung von Solarwechselrichtern: Wie wählt man den richtigen Wechselrichter aus?
Der Wechselrichter ist das Herzstück der Solaranlage, und von seiner richtigen Dimensionierung hängt es ab, ob die Anlage den versprochenen Ertrag liefert. Ein falsch gewählter Wechselrichter beeinträchtigt nicht nur die Erzeugung, sondern kann auch zu Gewährleistungsansprüchen, unzufriedenen Kunden und sinkenden Gewinnspannen führen. In diesem Artikel gehen wir durch, worauf Sie bei der Dimensionierung eines Solarwechselrichters achten sollten, um von Projekt zu Projekt vorhersehbare Ergebnisse zu erzielen.
Zunächst klären wir, warum die richtige Dimensionierung des Solarwechselrichters wichtig ist, dann schauen wir uns an, wie die String-Dimensionierung je nach Hersteller abläuft und worauf Sie bei der Auswahl eines Wechselrichterherstellers aus dem Angebot achten sollten. Anschließend gehen wir darauf ein, welche Daten Sie für die Dimensionierung benötigen und was das optimale DC/AC-Verhältnis im geplanten System ist.
Wir zeigen dir, wie das Verhältnis zwischen der Leistung des Wechselrichters und der der Solarmodule aussieht, worauf du bei Projekten für Privathaushalte achten solltest und wann es sich lohnt, einen Ingenieur hinzuzuziehen. Am Ende helfen dir eine Zusammenfassung und ein FAQ-Block dabei, bei jedem Projekt sicher bei der Dimensionierung vorzugehen.
Warum ist die Größe des Solarwechselrichters wichtig?
Die Größe des Solarwechselrichters ist ein entscheidender Faktor, da der Wechselrichter den von den Modulen erzeugten Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom umwandelt – die Effizienz des gesamten Systems steht und fällt weitgehend damit. Eine falsche Dimensionierung führt zu Energieverlusten, einer geringeren Systemleistung und unnötigen Mehrkosten, was sich direkt auf die Kundenzufriedenheit und die Rentabilität auswirkt.
Es gibt zwei Möglichkeiten, Fehler zu machen. Ist der Wechselrichter im Verhältnis zu den Modulen zu klein, schneidet er bei der Mittagsspitze die überschüssige Leistung ab – das ist das sogenannte Clipping: Die Module erzeugen mehr Gleichstrom, als der Wechselrichter verarbeiten kann, wodurch Verluste entstehen. Ist er hingegen zu groß, arbeitet er bei schwächeren Lichtverhältnissen weniger effizient und ist zudem teurer. Genau deshalb ist die richtige Dimensionierung des Wechselrichters keine technische Formalität: Sie bestimmt direkt, wie viel die installierte Solaranlage erzeugt und wie schnell sich die Investition amortisiert.
Stringdimensionierung nach Hersteller
Die String-Dimensionierung bestimmt, wie viele Module in einem String in Reihe geschaltet werden können, sodass die Spannung des Strings durchgehend innerhalb des MPPT-Bereichs des Wechselrichters bleibt. Dies bedeutet gleichzeitig vier Bedingungen: Die durch Kälte erhöhte Leerlaufspannung darf die maximale DC-Eingangsspannung des Wechselrichters nicht überschreiten, die Arbeitspunktspannung muss innerhalb des MPPT-Fensters liegen und der Strom darf den maximalen Eingangswert nicht überschreiten. Wenn die Spannung des Strings den Betriebsbereich des Wechselrichters verlässt, kann dies die Leistung erheblich beeinträchtigen und im schlimmsten Fall den Wechselrichter zerstören.
Hier kommt der herstellerspezifische Ansatz bei der Stringdimensionierung zum Tragen: Jeder Wechselrichterhersteller gibt unterschiedliche MPPT-Spannungsfenster und maximale Eingangsströme an, daher sollten Sie immer anhand des konkreten Datenblatts des Herstellers planen und nicht anhand einer allgemeinen Wechselrichterkategorie.
Kriterien für die Auswahl eines Wechselrichterherstellers
Einige Aspekte, die Sie als Händler oder Installateur bei der Bewertung jedes Wechselrichterherstellers berücksichtigen sollten. Was den Wirkungsgrad angeht, liegt die Effizienz moderner Wechselrichter typischerweise zwischen 96 und 99 % – je höher dieser ist, desto weniger Energie geht verloren und desto stärker ist das Verkaufsargument. Was die Garantie betrifft, bieten die meisten Marken eine Basisgarantie von 5 bis 12 Jahren an, die bei einigen sogar auf 12 bis 20 Jahre verlängert werden kann, was das Reklamationsrisiko verringert. Was den Service betrifft, so senden die führenden Hersteller innerhalb weniger Werktage ein Ersatzgerät, was die Ausfallzeit der Anlage verringert. Schließlich die Erweiterbarkeit: Wenn der Kunde später den Einbau eines Energiespeichers plant, ist es sinnvoll, von vornherein einen dafür vorbereiteten Wechselrichter zu wählen.
Empfohlene Hersteller von Solarwechselrichtern
Im B2B-Angebot von SOLARKIT können Sie aus vier bewährten Herstellern von Solarwechselrichtern wählen, die in der Regel ab Lager lieferbar sind: Deye, Huawei, SolaX und FoxESS. Huawei steht in unabhängigen Branchenrankings an der Spitze der globalen Wechselrichterhersteller. Für die Wechselrichter der Deye SUN-Serie gilt eine 10-jährige Garantie auf Materialfehler und die wichtigsten Bauteile, bei den SolaX-Modellen verlängert sich die 5-jährige Standardgarantie durch die SolaX Cloud-Anbindung automatisch auf 10 Jahre. Im Privatkundensegment sind die intelligenten, mit einem Akku erweiterbaren Hybridprodukte von FoxESS beliebt. Als Partner kannst du beim Durchstöbern des Angebots an FoxESS-Wechselrichtern anhand der Leistung und Funktionen der einzelnen Modelle entscheiden, welches Modell die beste Wahl für das jeweilige Projekt ist.
Welche Daten werden für die Dimensionierung des Wechselrichters benötigt?
Eine gute Wechselrichterauslegung basiert auf Daten, nicht auf Schätzungen, und die Eingaben umfassen die Solaranlage, das Datenblatt des Wechselrichters sowie die Verbrauchsdaten des Kunden. Erforderliche Daten seitens der Solarmodule: die gesamte DC-Leistung (Anzahl der Module × Nennleistung eines Moduls) sowie die im Datenblatt des Moduls angegebene Punkt-Spannung (Vmp), Leerlaufspannung (Voc), Stromwerte (Imp, Isc) und der Temperaturkoeffizient der Spannung. Hinzu kommen die am Installationsort zu erwartenden Mindest- und Höchsttemperaturen, da die Leerlaufspannung bei kaltem Wetter im Vergleich zum STC-Wert um bis zu 20–30 % ansteigen kann.
Auf der Wechselrichterseite sind die maximale DC-Eingangsspannung, das MPPT-Spannungsfenster und der maximale Eingangsstrom maßgeblich, und bei der endgültigen Entscheidung gilt immer das jeweilige Datenblatt des Herstellers. Fragen Sie den Kunden nach dem jährlichen Stromverbrauch: Dieser lässt sich am besten anhand der Stromrechnungen der letzten 12 Monate oder detaillierter Verbrauchsdaten ermitteln.
Optimales DC/AC-Verhältnis
Einer der wichtigsten Indikatoren für die Dimensionierung ist genau dieses Verhältnis: das Verhältnis zwischen der gesamten DC-Leistung des Solarparkes und der AC-Nennleistung des Wechselrichters. In der Praxis liegt der ideale Wert bei Privatanlagen typischerweise zwischen 1,15 und 1,25, bei gewerblichen Anlagen zwischen 1,20 und 1,30. Eine bewusste, leichte Überdimensionierung der Module lohnt sich, da Solarmodule in der Realität selten ihre Nennleistung unter STC-Bedingungen erreichen – aufgrund von Wärme, Streulicht und Verschmutzung liegt die tatsächliche Leistung typischerweise bei 75–85 % der STC-Leistung. So arbeitet der Wechselrichter die meiste Zeit nahe seiner effizienten Nennleistung und schneidet nur die seltenen Erzeugungsspitzen ab. Ein praktisches Beispiel: Eine 6-kWp-Anlage mit einem 5-kW-Wechselrichter ergibt ein Verhältnis von 1,2, was bei den meisten Solaranlagen ein guter Ausgangspunkt ist.
Verhältnis von Wechselrichterleistung zu Solarleistung
Dieses Verhältnis drückt im Wesentlichen aus, wie sich die Leistung des Wechselrichters und der Solarmodule zueinander verhalten: Wie hoch ist die Nenn-Wechselstromleistung des Wechselrichters im Vergleich zur gesamten Gleichstromleistung des Modulfeldes? Die richtige Dimensionierung richtet sich immer nach der Modulkapazität und den Verbrauchsplänen des Kunden, da eine Unter- oder Überdimensionierung sich auf alles auswirkt, von den Investitionskosten bis hin zum langfristigen Energieertrag. Eine bewährte Faustregel lautet, dass die Wechselstromleistung des Wechselrichters etwa 80–90 % der Gleichstromleistung des Solarparkes betragen sollte – dies sorgt für ein ausgewogenes System. Die beiden Extreme, ein zu kleiner und ein zu großer Wechselrichter, kosten beide Geld, nur auf unterschiedliche Weise.
Zu kleiner Wechselrichter: Welche Probleme kann das verursachen?
Wenn der Wechselrichter im Verhältnis zum Solarpark zu klein ist, kann er in den Mittagsspitzenzeiten nicht die gesamte Erzeugung verarbeiten. In diesem Fall tritt Clipping auf: Wenn beispielsweise die 6-kW-Module mit maximaler Leistung produzieren, der 4-kW-Wechselrichter jedoch an seine Grenze stößt, gehen 2 kW bereits erzeugte und bezahlte Energie verloren. Ein geringfügiges Clipping ist normal und akzeptabel, übermäßiges Clipping führt jedoch zu spürbaren Energieverlusten und einer geringeren Rendite – bei einem Referenzprojekt sollte dies vermieden werden, insbesondere in sonnenreichen Regionen bei hoher Erzeugung.
Zu großer Wechselrichter: Wann lohnt es sich nicht?
Ein zu großer Wechselrichter verursacht selten technische Probleme, ist aber wirtschaftlich oft nicht rentabel und beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit deines Angebots. Einerseits ist der Wirkungsgrad bei Teillast schlechter: Wechselrichter sind bei etwa 80–95 % ihrer Nennleistung am effizientesten, ein überdimensioniertes Gerät läuft jedoch den größten Teil des Tages mit einer Auslastung von 40–60 % und verbraucht zudem nachts 10–30 Watt für den Eigenbetrieb. Andererseits ist die Anschaffung eines größeren Geräts teurer und verursacht unnötige Mehrkosten. Ein Wechselrichter mit höherer Leistung ist in der Regel nur dann gerechtfertigt, wenn der Kunde definitiv eine spätere Erweiterung der Anlage plant, da er so den bei einer Erweiterung der Solaranlage fälligen Wechselrichtertausch spart.
Wechselrichterauslegung für Einfamilienhäuser
Die Dimensionierung von Projekten für Privathaushalte ist in der Praxis relativ eindeutig, doch einige Faktoren sollten bedacht werden. Bei einphasigen Häusern wird der Wechselrichter in der Regel bis zu 2,5 kW gewählt, da ab 2023 die zulässige Leistung von an das Netz angeschlossenen Wechselrichtern auf einer Phase auf 2,5 kW begrenzt wurde; bei dreiphasigen Netzen sind sogar bis zu 15 kW möglich. Überprüfen Sie immer die eventuellen Einspeisebeschränkungen des Stromversorgers.
In der Praxis eignet sich für eine durchschnittliche Solaranlage mit etwa 4 kW ein Wechselrichter mit 3,5–4 kW am besten, da dieser so zu Spitzenzeiten mit einer Auslastung von etwa 90 % in seinem effizientesten Bereich arbeitet. Bei Haushalten mit höherem Verbrauch – beispielsweise mit Klimaanlage, Wärmepumpe, Swimmingpool oder Elektroauto – ist eher der Bereich von 6–10 kW realistisch. Wenn der Kunde auch die Speicherung von Solarenergie plant, empfehlen Sie einen Hybrid-Wechselrichter, der sowohl die Solarstromerzeugung als auch das Laden der Batterie steuert – gleichzeitig eine gute Upselling-Möglichkeit. Bei einem teilweise verschatteten Dach kann ein Wechselrichter-Optimierer sehr hilfreich sein, der die Leistung auf Modulebene optimiert, bevor der Gleichstrom in den zentralen String-Wechselrichter gelangt.
Wann sollte man die Auswahl des Wechselrichters einem Fachmann überlassen?
Als erfahrener Installateur können Sie den Großteil der Dimensionierung selbstbewusst durchführen, in einigen Fällen lohnt es sich jedoch, eine separate technische Planung oder einen Spezialisten hinzuzuziehen, oder es ist sogar empfehlenswert, die von den Herstellern kostenlos zur Verfügung gestellte Planungssoftware zu nutzen. Für die Planung jeder Photovoltaikanlage gilt: Für Anlagen mit einer Leistung von über 10 kW sind vielerorts eine bautechnische Genehmigung und statische Berechnungen erforderlich, und für den Netzanschluss ist eine Einspeisevereinbarung mit dem Stromversorger notwendig. Der Anschluss an das Stromnetz muss in jedem Fall von einem qualifizierten Elektriker durchgeführt werden. Bei komplexen Projekten mit Energiespeichern erfordern auch die Wahl der Speicherkapazität und der Hybridtopologie eine gründliche Planung – ein guter Ausgangspunkt hierfür ist unsere Analyse zum Vergleich von Energiespeichern.
Wenn Sie nicht weiterkommen, hilft Ihnen der technische Support und die Expertenberatung von SOLARKIT bei der Dimensionierung und Projektplanung, damit jedes übergebene System vorhersehbare Ergebnisse liefert.
Häufig gestellte Fragen
Welcher Wechselrichter wird für ein durchschnittliches Einfamilienhaus empfohlen?
Für eine durchschnittliche Solaranlage mit etwa 4 kW ist in der Regel ein Wechselrichter mit 3,5–4 kW geeignet, da dieser zu Spitzenzeiten in seinem effizientesten Bereich mit einer Auslastung von etwa 90 % arbeitet. Bei einphasigen Netzen wählt man den Wechselrichter in der Regel bis zu 2,5 kW, bei dreiphasigen Netzen bis zu 15 kW.
Was passiert, wenn der Wechselrichter zu klein ist?
Wenn der Wechselrichter kleiner ist als die Leistung der Module, kommt es in der Mittagsspitzenzeit zu Clipping. In diesem Fall schneidet der Wechselrichter den Überschuss ab, und ein Teil der bereits erzeugten Energie geht verloren. Ein geringfügiger Abgriff ist akzeptabel, ein übermäßiger hingegen verschlechtert die Rentabilität spürbar.
Um wie viel sollte die Gesamtleistung der Solarmodule die des Wechselrichters übersteigen?
Nach der bewährten Faustregel sollte die Wechselstromleistung des Wechselrichters etwa 80–90 % der Gleichstromleistung des Solarparkes betragen. Bei Privatanlagen gilt ein Gleichstrom-Wechselstrom-Verhältnis zwischen 1,15 und 1,25 als ideal.
Beeinflusst kaltes Wetter die Dimensionierung des Wechselrichters?
Ja, und zwar erheblich. Bei Kälte kann die Leerlaufspannung der Module im Vergleich zum STC-Wert um bis zu 20–30 % ansteigen. Daher muss der String für die zu erwartende kälteste Temperatur ausgelegt werden, damit die Spannung den maximalen Eingangswert des Wechselrichters nicht überschreitet.
Wann ist es sinnvoll, einen Ingenieur hinzuzuziehen?
Die grundlegende Dimensionierung führen Sie routinemäßig durch, jedoch sind in jedem Fall eine technische Genehmigung und eine statische Berechnung erforderlich. Der Netzanschluss muss von einem qualifizierten Elektriker durchgeführt werden, und der Netzanschluss unterliegt einer Einspeisevereinbarung.